Rauchmelder für Gehörlose

Durch Haus- und Wohnungsbrände entstehen gefährliche Situationen für die Bewohner bis hin zu Todesfällen. Ursache hierfür ist in der Regel der Rauch, der sich bei einem Feuer entwickelt. Wenige Atemzüge genügen, um Menschen in Lebensgefahr zu bringen, meist passiert dies im Schlaf.

Akustische Rauchmelder

Angesichts dieser Bedrohung durch Rauchvergiftungen haben die meisten Bundesländer eine Rauchwarnmelder-Pflicht eingeführt. Klassische Rauchmelder geben akustische Signale ab, die Bewohner warnen, sie funktionieren in der Regel mit Langzeitbatterien. Allerdings haben diese für Gehörlose und gehörgeschädigte Menschen keinerlei Nutzen, vor allem dann nicht, wenn sie allein in einer Wohnung leben. Sie können die Signale nicht hören, selbst wenn sie sehr laut sind.

Spezielle Rauchmelder

Für diesen Personenkreis sind spezielle Rauchwarnmelder auf dem Markt, die das Handicap berücksichtigen. In Deutschland leben etwa 80.000 gehörlose Menschen und Millionen mit einer Hörschädigung.

Bei diesen Rauchmeldern werden Warnsignale mit grellen Lichtblitzen abgegeben, zusätzlich kann ein Vibrationsmodul unter dem Kopfkissen auf die Gefahrensituation aufmerksam machen. Es gibt verschiedene Varianten dieser speziellen Geräte. Ein empfehlenswertes Modell ist beispielsweise das folgende:

Deafgard -Akustische Verbindung

Sind schon Rauchmelder in der Wohnung vorhanden, ist ein Deafgard eine einfache Lösung zum Brandschutz. Dieses Gerät ist kein Rauchmelder, kann aber die akustischen Signale des vorhandenen Rauchmelders aufnehmen. Diese wandelt er in ein intensives Lichtsignal und in ein Vibrationssignal um. Der batteriebetriebene Deafgard hat keinen Installationsaufwand und ist als Wecker zu benutzen, der mit dem Vibrationsmodel verbunden wird. Nachteilig ist bei dieser Lösung die geringe Reichweite. Der Deafgard nimmt das Signal am Standort des eigentlichen Rauchmelders auf.

Erweiterung einer Kabelverbindung

Wenn Gehörlose oder gehörgeschädigte Menschen bereits eine Türsignalanlage in ihrer Wohnung installiert haben, lässt sich diese mit einem Rauchmelder erweitern. Per Kabel wird der Rauchmelder mit einem Alarmsender verbunden, der eine Blitzlampe aktiviert. Allerdings müssen Kabel unter Umständen durch mehrere Räume verlegt werden. Es ist sinnvoll, Rauchmelder und Lichtsignalanlage vom gleichen Hersteller zu beziehen, damit die sichere Funktion gewährleistet ist. Bei einem Stromausfall versagt dieses vom Stromnetz abhängige System.

Geräte mit Funkverbindung

Eine intelligente Lösung sind Geräte mit Funkverbindung, die bei Raucherkennung entsprechende Alarmsignale an Blitzlampen, Blitzwecker oder Vibrationskissen übertragen. Die Rauchwarnmelder sind miteinander vernetzbar und somit in verschiedenen Räumen nutzbar. Selbst wenn diese weit entfernt sind, wird Alarm ausgelöst. Eine integrierte Stromausfallüberbrückung schafft zusätzliche Sicherheit. Auch hier müssen Rauchmelder und Funkmodul zusammenpassen und sollten von einem Hersteller bezogen werden.

Fachberatung

Welches der genannten Systeme die beste Lösung ist, hängt von den räumlichen Gegebenheiten und Bedürfnissen der gehörlosen oder gehörgeschädigten Person ab. Für ein kleines Apartment ist ein einfaches Rauchwarnsystem vielleicht sinnvoller, für ein Haus bietet sich eher die Funklösung an. In jedem Fall ist eine Beratung vor der Anschaffung zu empfehlen.

Die Kosten liegen je nach Modell entsprechend weit auseinander, sie liegen zwischen 300 € und 700 €. Mittlerweile übernehmen die Krankenkassen die Kosten für spezielle Rauchmelder für Gehörlose.

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